Spielzeit 2018

“Up den Dräih kümp dat an”

Eine plattdeutsche Komödie in drei Akten,
von Walter Looschen.

Ein Mietshaus irgendwo in Lengerich, Max Mücke der Eigentümer, hat so seine liebe Last mit den Mietern, den Handwerkern, den vielen Ausgaben und mit seinen beiden Töchtern. Die sollen einen vernünftigen Handwerker mit nach Hause bringen, denkt er sich, wäre halt nützlich für sein Mietshaus.

Weil endlich auch mal was von den Mieten überbleiben soll wird diese kurzer Hand erhöht. Das ruft natürlich die Mieter des Hauses auf den Plan, allen voran Hans Hummel und Frau Haberkorn. Mechthild, seine Frau möchte allerdings den Dreh hinkriegen und das Haus so schnell wie möglich verkaufen. Liebe, Witz und viel Durcheinander!

Hier die einzelnen Spieler/-innen:
Max Mücke (MM)
Oberpostschaffner
Hartwig Nüßmeyer
Maja Mücke
Tochter, Büroangestellte
Meike Nüßmeyer
Mechtild Mücke
Max‘s Frau
Martina Upmann
Archi
Biologiestudent
Tobias Nüßmeyer
Marie Mücke
Tochter, studiert Zahnmedizin
Marina Biedenkap
Lutz
Medizinstudent
Martin Fiegenbaum
Freddy
Elektriker
Claus Buddenkuhl
Hans Hummel (HH)
Systemanalytiker
Gert Haumann
Hedda Haberkorn
hilft hier und da
Irmhild Feldkamp
Soufleuse
Ute Nüßmeyer

Maske / Frisuren: Danica Buddenkuhl, Lisa Nauber  •  Bühnenbild / Aufbau: MGV “Heimatklang” Settel

Technik: Helmuth Biedenkap  •  Moderation: Ralf Krumme

TERMINE:

Samstag         03. März 19.00 Uhr
Sonntag         04. März 15.00 Uhr

Freitag           09. März 19.30 Uhr
Samstag        10.  März 19.00 Uhr
Sonntag        11.   März 15.00 Uhr

 

EINTRITT:  13 €

KARTENVERKAUF UND PLATZRESERVIERUNG:

Walter & Ricka Schallenberg                                      Tel. 0 54 81 / 99 77 85

Heiner Peters & Anja Steggemann Peters            Tel. 0 54 85 / 83 35 11

Abholstellen:

Walter & Ricka Schallenberg
Schuhhaus Neyer, Lengerich
Bäckerei Blömker, Lengerich

Die Premiere von:

“Up den Dräih kümp dat an”

In dieser Szene greift Max Mücke (Hartwig Nüßmeyer, Mitte) durch und packt Hans Hummel (rechts, Gert Haumann) und Archi (Tobias Nüßmeyer) am Kragen. Hedda Haberkorn (Irmhild Feldkamp) ist entsetzt ob dieser Grobheit. Foto: Klaus Hartwig

Bericht der WN zur erfolgreichen Premiere.

 

Oberpostschaffner Max Mücke, genannt MM, hat´s nicht leicht. Ob die Mieter in seinem Haus, die Handwerker, die Reparaturen erledigen sollen, die beiden Töchter und das liebe Geld – alles setzt ihm ziemlich zu. Dass er nebenbei noch geizig ist – seine Töchter sollen unbedingt Handwerker heiraten, weil dann Reparaturen für lau möglich sind , scheint ihm nicht bewusst.

„Up denn Dräih kümp datt an“ heißt die muntere Verwechslungskomödie, mit der die plattdeutsche Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel knapp drei Stunden beste Unterhaltung serviert. Die haben den Dreh raus, möchte man in Anspielung auf den Titel sagen, denn auch nicht des Plattdeutschen Mächtige können der Handlung ohne große Probleme folgen.

Das liegt zum einen an den eingesetzten Akteuren. Auf der Bühne ist jede Rolle dem jeweiligen Spieler auf den Leib geschrieben. Sei es der glänzend aufgelegte Hartwig Nüßmeyer als bolleriger, aufbrausender und knickeriger Max Mücke , oder seine Ehefrau Mechthild (Martina Upmann), die die Schrullen ihrer besseren Hälfte kennt und zu nehmen weiß. Das zieht sich durch alle Rollen und ist ein wesentlicher Grund für vergnügliche Unterhaltung. Die lustige und auf Verwirrung angelegte Geschichte würzt das Ensemble mit Situationskomik, die stets authentisch rüberkommt, nie aufgesetzt wirkt. Auch dann nicht, wenn einige der vermeintlichen Kakerlaken in den vorderen Sitzreihen niedergehen.

Ein Mietshaus kostet Geld, von den Einnahmen soll aber auch noch etwas übrig bleiben. Was bleibt Max Mücke anderes übrig, als die Mieter zu erhöhen? Nur hat er die Rechnung ohne Hans Hummel, genannt HH, und Hedda Haberkorn gemacht. Die beiden Mietparteien sehen gar nicht ein, für ihre Bruchbuden noch mehr Geld bezahlen zu müssen. Daraus entwickeln sich Verwechselungen, gespeist aus munteren Dialogen. Dass Mechthild Mücke das marode Mietshaus als Quelle allen Übels ausgemacht hat und dessen Verkauf anstrebt, sorgt für zusätzliche Turbulenzen. Kein Wunder, dass Max Mücke schließlich krank wird.

 

 

Akteure: Max Mücke (Hartwig Nüßmeyer; Mechthild Mücke, Ehefrau (Martina Upmann); Marie Mücke, Tochter (Marina Biedenkap);  Hans Hummel (Gert Haumann); Hedda Haberkorn (Irmhild Feldkamp); Freddy (Claus Buddenkuhl); Maja Mücke, Tochter (Meike Nüßmeyer); Lutz (Martin Fiegenbaum); Archi (Tobias Nüßmeyer)

Ob er wieder zu Kräften kommt, die Töchter ihre Wunsch-Bräutigame in die Arme schließen dürfen, das Haus verkauft wird und alle glücklich sind? Am Ende des dritten Akts gibt es die Aufklärung. Bis dahin kommt in keiner Sekunde Langeweile auf.

Von Michael Baar

Fünfmal ein volles Haus – „Up denn Dräih kümp dat an“

Dank zum Abschluss –  Setteler Theatergruppe begeisterte mit gekonntem Platt

Stehend von links: MGV-Vorsitzender Ralf Krumme, Danica Buddenkuhl (Maske), Marina Biedenkap, Ute Nüßmeyer (Souffleuse), Meike Nüßmeyer, Martin Fiegenbaum, Irmhild Feldkamp, Gert Haumann, Martina Upmann, Hartwig Nüßmeyer (Spielleiter u. Hauptdarsteller)

Vorne von links: Lisa Nauber (Maske), Claus Buddenkuhl, Tobias Nüßmeyer, und die Vorhangkids Anna-Lena Schüler und Finja Upmann

Begeisterte Zuschauer der letzten Aufführung am 11.März 2018

Riesenapplaus für das Ensemble der Plattdeutschen Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel nach der fünften Vorstellung in der Gempt-Halle

„Ihr ward fünfmal superklasse – wir sind stolz auf Euch“, mit diesen Worten hatte der Vorsitzende des MGV „Heimatklang“ Settel Ralf Krumme ein dickes Lob für die Laiendarsteller der plattdeutschen Theatergruppe seines Vereins parat. Nach der letzten Aufführung 2018 trafen sich alle Akteure und die zahlreichen Helferinnen und Helfer vor und hinter der Bühne zur geselligen  Ausklangfeier im Gempt-Bistro. Hoch zufrieden, aber auch erleichtert ergriff Spielleiter und Hauptdarsteller Hartwig Nüßmeyer das Wort und zog namens der Theatergruppe ein äußerst positives Fazit dieser Theatersaison. Vom Kartenverkauf, über den aufwendigen Bühnenauf- und Abbau einschließlich der nummerierten Bestuhlung der Gempt-Halle bis hin zu den Maskenbildnerinnen und der kniffligen Bühnentechnik hatte alles bestens gepasst. „Dieser Aufwand ist nur mit vereinten Kräften möglich, das schweißt den Verein zusammen und ist für alle Beteiligten genau der richtige Ansporn in zwei Jahren wieder aktiv zu sein“, ergänzte Krumme zum Abschluss seiner Rede.

Bevor sich zum letzten Male der Vorhang hob, gab es noch Leseproben aus Kindermund. Walter Schallenberg als Jury-Mitglied beim Plattdeutschen Lesewettbewerb der Schulen hatte die Schulsieger Finja Upmann -13 Jahre- (Hannah-Arendt-Gymnasium) und Hanna Huneke -15 Jahre-(Graf-Adolf-Gymnasium Tecklenburg) dafür gewinnen können. Beide brachten zur Freude des Publikums ihre lustigen Geschichten in feinstem Platt zum Vortrag.

MGV-Vorsitzender Ralf Krumme bedankte sich bei den Schulsiegern Finja Upmann (13) und Hanna Huneke (15) für Ihre plattdeutschen Geschichten aus dem Lesewettbewerb 2018. 

Lob und Dank für alle Akteure gab es bei der Abschlussfeier vom Vorsitzenden Ralf Krumme

Nüßmeyers Faible für die Bühne

Familien-Theater

 

Fest in Familienhand: Hartwig, Meike, Ute und Tobias Nüßmeyer (von links) sind allesamt dabei, wenn für das plattdeutsche Theaterstück „Up denn Dräih kümp dat an“ geprobt wird.
Foto und Text: Detlef Dowidat
Alle zwei Jahre bringt die Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel ein Stück auf die Bühne. In diesem Jahr spielt Familie Nüßmeyer dabei eine ganz zentrale Rolle, sie sind gleich mit vier Personen aktiv.

Ja, ja, den richtigen Dreh finden sie immer wieder sehr schnell. Wenn es bei den Proben mal hakt, gehen die Blicke kurz zur Souffleuse. Nüßmeyer Nummer eins, Mutter Ute, braucht nur ein, zwei Wörter vorzulesen, und schon fluppt es bei den Übungsabenden der plattdeutschen Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel. Auf der Bühne steht mit Nüßmeyer Nummer zwei, Vater Hartwig, Nüßmeyer Nummer drei, Sohn Tobias, und Nüßmeyer Nummer vier, Tochter Meike, gleich ein ganzer Familienclan im Blickpunkt.

„Vier Mitwirkende aus einer Familie, das hat es in der langjährigen Geschichte unserer Theater-Aufführungen meines Wissens noch nicht gegeben“, sagt Ralf Krumme, Vorsitzender des MGV. In dessen Räumen laufen derzeit die Proben auf Hochtouren für das Stück „Up denn Dräih kümp dat an“, das am Samstag, 3. März, in der Gempt-Halle Premiere feiert. Neben den Nüßmeyers spielen Martina Upmann, Marina Biedenkap, Martin Fiegenbaum, Claus Buddenkuhl, Gerd Haumann und Irmhild Feldkamp die tragenden Rollen. Die Proben, derzeit dreimal wöchentlich, laufen vielversprechend. Man merkt den Akteuren die Spielfreude an.

Und gleich drei Nüßmeyers auf der Bühne, geht das gut? „Das ist bei uns gar keine Frage“, versichert Hartwig Nüßmeyer. Er ist fraglos die tragende Säule in der Setteler Theatertruppe. 1983 spielte der 54-Jährige seine erste kleine Rolle im Einakter „Maundagmuorn“. 1986 folgte das erste große Stück „Dat Doktorbook“. „Da war ich noch das Küken, der jüngste Akteur in der Truppe. Heute bin ich der Älteste“, sinniert Hartwig Nüßmeyer, der seither in keiner Aufführung gefehlt hat. Wenn das aktuelle Stück gelaufen ist, hat er 88 Einsätze in der plattdeutschen Theatergruppe hinter sich.

Er ist nicht nur Darsteller, sondern mittlerweile auch Spielleiter. Er sucht die Stücke aus, die alle zwei Jahre gespielt werden. Dabei haben alle Mitglieder der Gruppe Mitspracherecht. „Was mich freut, dass sich immer mehr junge Leute bereitfinden, mitzumachen. Eine tolle Entwicklung“, strahlt der Theater-Macher.

Das Theaterspielen liegt wohl etwas in der Familie bei den Nüßmeyers. Schon Hartwigs Vater Erwin stand auf den Brettern, die in Settel die Welt bedeuten. 1952 spielte er in dem Stück „De Piärdekur“ mit. Weitere Mitwirkende waren unter anderem Franz und Hilda Haumann (Sohn Gert gehört aktuell zum Stammpersonal und hat schon in über 40 Aufführungen mitgewirkt) und Werner Harte. Lange Jahre haben Erwin und seine Frau Annemarie den Kartenverkauf mitorganisiert.

Die plattdeutsche Sprache wird im Haus Nüßmeyer seit jeher gepflegt. „Früher haben wir nur Plattdeutsch gesprochen. Und auch heute rede ich mit meinen Eltern noch platt“, erzählt Hartwig Nüßmeyer. „Das haben wir natürlich immer mitbekommen. Wir sprechen zwar im täglichen Leben kein Platt, aber wir verstehen es sehr gut”, merken Tobias und Meike an. Und natürlich bekamen die beiden auch immer mit, wenn ihr Papa für die plattdeutschen Stücke übte. „Das hat bei uns schon Interesse geweckt“, meint Tobias. Der 26-Jährige spielte seine erste Rolle 2016 in „Quaterigge in Feldkamps Goarden“. Seine 23-jährige Schwester hatte in dem Stück einen Kurzeinsatz.

Nicht nur die Nüßmeyers versprechen allerbeste plattdeutsche Unterhaltung bei den fünf Aufführungen von „Up denn Dräih kümp dat an“ in der Gempt-Halle. Die letzte Vorstellung am Sonntag, 11. März, ist bereits ausverkauft. Für die Premiere am 3. März sowie am Sonntag, 4. März, und am Freitag und Samstag,9. und 10. März, gibt es noch ausreichend Tickets.