Fünf neue Sänger beim MGV „Heimatklang“ Settel Erfolg auf ungewöhnlichem Weg

Fünf neue Sänger beim MGV „Heimatklang“ Settel Erfolg auf ungewöhnlichem Weg

Persönliche Ansprach ist das A und O beim Werben um neue Sänger. Davon ist Ralf Krumme, Vorsitzender des MGV „Heimatklang“ Settel fest überzeugt. Kommen dann noch unkonventionelle Werbesprüche dazu, sind es gleich fünf neue Mitsänger, die der MGV seit Anfang 2019 begrüßt hat. 

Die neuen Sänger des MGV „Heimatklang“ Settel, Dominik Buller, Frank Ehrentreich, Lukas Oeljeklaus, Frederik Möller und Andreas Meyer mit dem MGV-Vorsitzenden Ralf Krumme und Chorleiter Andreas Oeljeklaus (von links).

Unkonventionell ist der „Werbezettel“, mit dem der MGV „Heimatklang“ Settel nach neuen Sängern sucht, auf alle Fälle:

  •       …. Frontsänger in der Schülerband,
  •       …. Radio-Musik mitsingen,
  •       …. am Montagabend noch keinen Termin, oder
  •       …. ist die Frau froh, wenn sie dann mal das Fernsehprogramm bestimmen darf?

 

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der humorvollen Anstupser, doch mal bei der Probe reinzuschauen, aber „Es funktioniert nur durch die persönliche Ansprache“, weiß MGV Vorsitzender Ralf Krumme . Der „Appetitmacher“ aus Papier dient da eher nur als Dosenöffner. Anfang 2019 hat der Chor die Sängerwerbeaktion beschlossen. Jeder Sänger ward aufgefordert, aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis mindestens sechs Namen aufzulisten, die er dann mit Hilfe des Werbezettels persönlich, quasi „Aug in Aug“  besuchen und zu vier fest angesetzten Schnupperabenden einladen sollte. Genau mit diesem Ansatz hatten die Setteler Erfolg, großen sogar. „Seit Januar haben wir fünf neue Sangesfreunde gewonnen“, freut sich der Vorsitzende. Das Ungewöhnliche: Es sind nicht nur „alte“ Männer, die ja gemeinhin mit Männerchor in Verbindung gebracht werden. „Zwei 17-Jährige, ein 21-Jähriger, ein 49- und ein 53-Jähriger“, nennt er die Altersangaben. Einer, der sich davon hat ansprechen lassen, ist An­dreas Meyer . Seit fünf Monaten singt der 49-Jährige nun bei den Settelern mit. Chorleiter Andreas Oeljeklaus wohnt, in seiner Nachbarschaft – jahrelang ist nichts passiert, „obwohl die mich immer wieder angesprochen haben“. Zu Jahresbeginn ist Andreas Meyer dann mit zum Vereinslokal Beumer-Stöppel gegangen, wo montagabends geprobt wird.

„Ich wollte das eigentlich nur mal testen“, erinnert er sich an den ersten Abend, „… und dann hat das richtig Spaß gemacht, das hätte ich nicht gedacht“, blickt er auf diese Premiere zurück. „Nicht nur, weil mir das Liedgut gefiel, auch weil es anspruchsvoll ist, im Chor zu singen“, waren seine Montagabende fortan belegt. „Da passe ich schon auf, dass da nichts dazwischenkommt“, lacht er im Gespräch mit den WN. Dabei hat er „vor drei, vier Jahren“ schon mal in einen anderen Chor reingeschnuppert. „Aber das passte terminlich überhaupt nicht mit den Proben in meinen Kalender. Damals habe ich noch mehr Sport gemacht“, erinnert sich Andreas Meyer. Den ersten Auftritt als „Heimatklang“-Sänger hat er bereits hinter sich – ein Wunschlieder-Ständchen bei einer Goldhochzeit.  „Für die neuen Sänger wollten wir eigentlich bei Lengerich’s Kulturbühne „Vorhang auf„ im Gempt-Bistro ein neu einstudiertes Lied singen. Leider mussten wir das krankheitsbedingt absagen. Dafür hat´s dann bei der Gewerbeschau „Intrup macht mobil geklappt“, berichtet Ralf Krumme.

 

Bereits vor über zehn Jahren hat der MGV Settel schon mal versucht, neue Sänger zu gewinnen. Damals wurde der Projektchor ins Leben gerufen. „Das ist eine eigene Erfolgsgeschichte geworden“, schmunzelt der Vorsitzende. Zwar wurden für den „Heimatklang-Chor“ keine neuen Mitstreiter gefunden, doch der Projektchor hat sich etabliert, ist heute neben der Plattdeutschen Theatergruppe im Vereinsleben nicht mehr wegzudenken.

Sehr hilfreich für die ungewöhnliche Mitgliederwerbung war auch der neue Imagefilm  des Sängerbundes NRW zum Thema „Singen“. Der hatte zu Werbeaktionen aufgerufen, es den Chören aber freigelassen, wie sie es machen. Die Setteler, so viel steht fest, haben es nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ungewöhnlich gut gemacht.

(Von Michael Baar – Westfälische Nachrichten 06.07.2019)