Trotz der Absage von „Oll wä Schwien hatt“ in der Gempt-Halle blicken Irmhild Feldkamp und Hartwig Nüßmeyer (vorn) von der plattdeutschen Theatergruppe des MGV Settel optimistisch nach vorn und haben dafür die volle Unterstützung vom MGV-Vorsitzenden Ralf Krumme (links) und Walter Schallenberg (rechts), der den Kartenverkauf organisiert.

MGV Settel sagt Plattdeutsches Theater im Frühjahr 2022  ab – Kartenrückgaben nur per Post erbeten.

„Schwien hatt“ zu hochdeutsch „Glück gehabt“, das konnten nur die Besucher der ersten beiden ausverkauften Vorstellungen am 29. Februar und 1. März 2020 von sich behaupten. Eine Woche später kam das Aus für alle öffentlichen Veranstaltungen.  Die letzten drei Vorstellungen der plattdeutschen Komödie „Oll wä Schwien hatt“, vom 6. bis 8. März, aufgeführt von der Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel, mussten aufgrund der Corona-Problematik abgesagt werden. Doch seinerzeit wurden mit Gempt-Hallenmanager Michael Rottmann vom 27.-29. Oktober 2020 schnell Ersatztermine gefunden, natürlich in der festen Hoffnung, dass sich die Lage nach einem halben Jahr ja wohl normalisiert haben wird. Ganz falsch gedacht – es kam viel schlimmer, der erste Lockdown trat in Kraft und die Verantwortlichen mussten die Theatersaison 2020 ersatzlos absagen und verschoben sie turnusgemäß auf die Spielzeit ins Frühjahr 2022. Alle gekauften Tickets behielten dafür ihre Gültigkeit. „Und gerade jetzt im November 2021 wollten wir mit den Proben beginnen und das Ensemble brannte förmlich darauf, denn die Rollen und Texte hatte man gut konservieren können. „Doch nun wird es wieder nix“, bedauert Spielleiter Hartwig Nüßmeyer. „Auch für den neuerlichen Kartenvorverkauf vor Weihnachten war alles vorbereitet“ ergänzt MGV-Vorsitzender Ralf Krumme, betont jedoch gleichzeitig: „Aber es nützt ja alles nichts, im Sinne aller Beteiligten müssen wir vernünftig sein und der aktuellen Gesundheitslage und den Vorschriften entsprechen“. Die lustige Komödie „Oll wä Schwien hatt“ wird endgültig abgesagt. “Das tut uns natürlich für die vielen treuen Freunde der plattdeutschen Sprache sehr leid“, sagt Hartwig Nüßmeyer, zumal die meisten Karteninhaber ihre Tickets für die nächsten Aufführungen behalten hatten. Mit der endgültigen Absage kann nun auch der Einzelkartenpreis von 13 Euro für alle bereits erworbenen Karten erstattet werden. „Natürlich würden wir uns auch freuen, wenn davon abgesehen wird und wir mit dieser Spende einen kleinen Ausgleich für die entstandenen Kosten für Hallenmiete, Technik und Druckkosten abfedern könnten“, ist Krumme ganz ehrlich. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen muss das Rückgabe-Procedere dazu jedoch per Post abgewickelt werden. Gegen Einsendung/Einwurf der Originalkarten mit separater Angabe von Namen und IBAN bis zum 30. Dezember 2021 an: Walter Schallenberg, c/o. MGV Settel, Rethstraße 38, 49525 Lengerich, Tel. 05481-997785, wird der Kartenpreis dann vom Verein bargeldlos bis Ende Januar erstattet.

Trotz allem plant das Setteler Laienspiel-Ensemble mit Hartwig, Tobias und Ute  Nüßmeyer, Irmhild Feldkamp, Gert Haumann, Martina Upmann, Martin Fiegenbaum, Christoph Kriege, sowie Elke und Marina Biedenkap und dem gesamten Backstage-Team auf jeden Fall, die in der MGV-Satzung verankerte „Pflege und Förderung der plattdeutschen Sprache durch die Aufführung von Theaterstücken“ fortzuführen. „Für die nächste Setteler Theaterspielzeit im Jahr 2024 haben wir bereits neue humorvolle Stücke in Aussicht“, verspricht Nüßmeyer.