Bierfassrollen 2018

Bierfassrollen 2018

Landrat Dr. Klaus Effing bestand die Setteler Bierfassrollprüfung

Der Wettergott hatte ein Einsehen beim Setteler Bierfassrollern am 25. August, denn Petrus schloss pünktlich zum Start seine Regenschleusen. Bei aprilartigen Temperaturen ging das 48. Bierfass auf seine Rollstrecke. Nicht jedoch ohne zuvor den eigens dazu erschienenen Ehrengast Landrat Dr. Klaus Effing mit einem schmissigen „Grüß Gott mit hellem Klang“ musikalisch zu begrüßen. Östlich der Ladberger Straße schnappte sich der Landrat sofort das Bierfass. „Gar nicht so leicht wie es aussieht“, stellte er respektvoll fest und kullerte es jedoch ganz souverän über die Kastanienallee auf das Hofanwesen von Gert-Wilm Johann to Settel. Hier und während der gesamten Strecke erhielt der Landrat von den Sängern viele historische Informationen zur Bauerschaft Settel. Am schönen Fachwerkhaus von Familie Rottmann im Setteler Buschkamp hatte der Festausschuss vom 1. Tenor die erste Prüfung vorbereitet. „Bierwettsaugen auf Zeit“ mittels einer eigens dafür konstruierten Saugmaschine war gefordert. In knapp 15 Sekunden hatten vier zweite Bässe einen Liter Bier gesogen und siegten ganz knapp vor dem „Bleifreiteam“ des Landrates. Beim Stopp am Setteler Milleniumbaum stand das bekannte TV-Malratespiel „Die Montagmaler“ an. Bei den zu ratenden Begriffen rund um den Gerstensaft zeichnete sich Bäckermeister Pascal Klinker als perfekter Vormaler aus. Mit dem Kanon „Singen macht Spass“ und ausgezeichnet mit dem Setteler Bierfassorden verabschiedeten die Sänger hier ihren begeisterten Ehrengast. „Im nächsten Jahr komme ich sehr gern wieder, dann bleibe ich aber bis zum Ausklang“, versprach Dr. Effing. Vorbei am „Jauchtzenden Bothen“ über den Schniederhaarweg rollte das Fass sicher zum Tagesendziel auf dem Hof Krumme. Hier verlieh MGV-Vorsitzender Ralf Krumme den Bierfassorden an die diesjährigen Fassspender und zeichnete die Sänger vom 2. Bass als Sieger der Streckenprüfungen aus. Für einen geselligen Ausklang in Krumme’s schmucker Molkekammer sorgte Raimund Spieker auf seiner Harmonika.

 

Mit schwenkenden Caps gratulierten die „Heimatklang-Sänger“ ihrem Ehrengast Landrat Dr. Klaus Effing (vorn rechts) zur bestandenen Bierfassrollprüfung. MGV.-Vorsitzender Ralf Krumme (vorne links) ehrte ihn mit dem Setteler Bierfassorden 2018.

Foto: Günter Tierp

Landrat Dr. Effing machte eine gute Figur beim Bierfassrollen und behielt die liederlichen Spitzbuben hinter sich stets im Blick.

Foto: Günter Tierp

Geselliges Ansingen 2018

Geselliges Ansingen 2018

Geselliges Ansingen nach der Sommerpause mit Ständchen für Walter Braak

 

Die erste Chorprobe der „Heimatklang“-Sänger“ nach der Sommerpause fand am Montag, 13. August beim Sangesfreund Walter Braak an der Schlesierstr. 28  statt. Anlässlich seines 70. Geburtstages hatte er an einem lauen Sommerabend in seinen Garten zu einem geselligen Ansingen verbunden mit einem Geburtstagsständchen eingeladen. Gern erfüllten die Sänger um Chorleiter Andreas Oeljeklaus all seine Liederwünsche. Walter bedankte sich mit hervorragender Bewirtung, unterstützt von Ehefrau Julia, seine Töchtern Nicole und Sandra, sowie den Enkeln Lea und Lukas. In froher Runde kamen auch die Nachbarn in die Sängerrunde und so mancher Klönschnack ging bis in die Nacht. Vielen Dank für einen tollen Start in das zweite Sängerhalbjahr 2018.

Foto: Marco Wetphal

Abba meets The Beatles

Abba meets The Beatles

Foto: Marco Wetphal

 

„Abba meets The Beatles“

 

Im aus allen Nähten platzenden Gempt-Bistro lag der Schwerpunkt der Musik auf den Evergreens von Abba und den Beatles. Daneben wurden Medleys von den Beach Boys, Silbermond sowie Simon & Garfunkel präsentiert. Der Stammchor des Männergesangvereins ergänzte das Programm des Kleinen Chores durch Klassiker der Comedian Harmonists wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ sowie Lieder von Johnny Cash.

Und wie bereits nach den ersten Liedern klar wurde: Sie hatten den Nerv des Publikums mehr als getroffen. Wie es zu der Auswahl – gerade der Stücke von Abba, der Beatles und Silbermond – gekommen war?

„Alle ein bis zwei Jahre gibt es ein neues Projekt mit dem Kleinen Chor. Aus den Reihen der Sänger war vermehrt der Wunsch nach Abba und den Beatles aufgekommen“, erklärte Chorleiter Andreas Oeljeklaus.

Diese beiden Musikgruppen sollten denn auch den musikalischen Grundstock des unterhaltsamen Abends bilden. Während der Proben sei auf Anregung einer Sängerin schließlich die Idee aufgekommen, ebenso deutsche Lieder ins Programm mit aufzunehmen. Die Band Silbermond passte perfekt in dieses Schema, so dass Oeljeklaus in Abstimmung mit den Chorsängern die richtigen Übergänge zwischen den Liedern suchte – und fand. „Oft gibt es schon fertige Medleys, manchmal müssen wir das aber selbst zusammenstellen“, erklärte der Chorleiter. Außerdem müsse geschaut werden, was die Notenlandschaft hergebe.

Für den rund eineinhalbstündigen Auftritt am Freitag hatte man anderthalb Jahre geprobt. Ende vergangenen Jahres habe es bereits eine Vorstellung bei „Vorhang auf“ gegeben, quasi als öffentliche Generalprobe für den großen Auftritt.

Das Publikum zahlte den Aufwand am Freitagabend mit Applaus zurück. Die Zuhörer wippten zur Musik, sangen mit – und waren dazu auch ausdrücklich von Andreas Oeljekaus aufgefordert worden. So wurden eigens Notenblätter im mit Alben-Covern dekorierten Gempt-Bistro verteilt. Zusammen mit dem Chor stimmten sie Abba-Klassiker wie „Fernando“ und „Money Money Money“ an.

Vor den einzelnen Medleys gab es einige interessante Fakten über die jeweilige Band oder einzelne Lieder, so dass das Publikum gut unterhalten nach Hause gehen konnte. Die Zuhörer hatten ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. Und auch den Chormitgliedern war der Spaß während der Aufführung anzusehen. Ein gelungener Abend für alle Beteiligten.

Auch wenn Andreas Oeljeklaus keinen Hehl daraus machte, dass er und seine Sänger glücklich seien, den nächsten Sonntagmittag mit der Familie statt mit Proben zu verbringen, das nächste Projekt des „Kleinen Chores“ kommt bestimmt – auch wenn der Leiter über dessen Inhalt noch nichts verriet.

Himmelfahrts-Fahrradtour 2018

Himmelfahrts-Fahrradtour 2018

Bei bestem Radelwetter (trotz mieser Wettervorhersage) nutzten den Vatertag an Christi Himmelfahrt auch in diesem Jahr gut 40 frohgelaunte Radler des MGV „Heimatklang“ Settel zu Ihrer traditionellen Fahrradtour durch heimatliche Gefilde. Vom Vereinslokal Beumer-Stöppel ging es jedoch erstmal zu Fuß zu Rainer und Simone Baldus, wo deren historische Motorradsammlung bestaunt wurde. In Ladbergen auf der Dorfstraße brachten die Sänger dann der amtierenden Setteler Schützenkönigin Doreen Westphal ein Überraschungs-Ständchen, bevor das Weggefrühstück bei Marcus und Janina Weischer von den Sängerfrauen serviert wurde. Unter Führung des 1. Tenors radelten die Sänger dann in stilles Waldgebiet an die Ortsgrenze von Brock-Ostbevern, Kattenvenne und Ladbergen zum sogenannten „Sauerkrautsdenkmal“ (einem Soldatenehrenmal zum Krieg 1870/71), dessen Historie von Herbert Korspeter erklärt wurde. Mit einem Zwischenstopp am Modellflugplatzgelände in Ringel ging es zum Tagesendziel auf den Hof von Annette und Herbert Korspeter am Setteler Damm. Kaum angekommen setzte auch der angekündigte Starkregen ein, was dem Grillfest zum Ausklang bei Akkordeon- und Heimatklängen aber keinen Abbruch tat.

Landrat Dr. Effing besucht den MGV

Landrat Dr. Effing besucht den MGV

Landrat Dr. Effing besucht MGV

Setteler Chorprobe hinterlässt beim Landrat Dr. Effing echte Glücksgefühle

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder….“, getreu diesem geflügelten Wort stattete der Landrat des Kreises Dr. Klaus Effing in lockerem Freizeitoutfit mit Jeans und offenem Hemdkragen den Akteuren des MGV „Heimatklang“ Settel einen Besuch bei der jüngsten Chorprobe ab. Am Montagabend platzte das Vereinslokal Beumer-Stöppel aus allen Nähten, denn es waren neben den „Heimatklang-Sängern“ auch die Mitglieder des Kleinen Chores (gemischter Projektchor im MGV) sehr zahlreich erschienen. „Ich möchte alle Kultur treibenden Vereine im Kreis gern einmal persönlich besuchen“, hatte er auf dem Kreissängertag 2018 in Emsdetten angekündigt. Dieses Versprechen nahm der MGV-Ehrenvorsitzende und Sängerkreisvorstandsmitglied Friedel Snethkamp prompt auf und lud den Landrat zu den Setteler Chören ein. „Ich freue mich hier zu sein, besonders euren Vereinsnamen „Heimatklang“ finde ich ganz toll. Der ist „total in“ und bitte behaltet ihn noch lange bei“, gab er bei der Begrüßung einen gern gehörten Ratschlag. „Ob ich als Chorsänger allerdings eine Verstärkung bin, darf bezweifelt werden“. MGV-Vorsitzender Ralf Krumme stellte ihm die Geschichte des 1926 gegründeten Chores in Kurzform vor und bemerkte verschmitzt: „Mit dem Vereinsnamen haben unsere Gründerväter ja wohl richtig Weitblick bewiesen“. Dann übernahm Chorleiter Andreas Oeljeklaus den Taktstock und drückte als sogenanntes „Chorproben Warm Up“ dem Landrat die Noten für einen neuen Kanon in die Hand. Gemeinsam mit allen Sängerinnen und Sängern war dieser in der Rekordzeit von 7,2 Minuten einstudiert und zauberte ein stolzes Lächeln auf das Gesicht des Ehrengastes. Eine Kostprobe aus seinem aktuellen Programm gab der Kleine Chor mit dem Beatles-Medley „Penny Lane/Yellow Submarine/Ob la di, ob la da“ ab, und beim  MGV-Vortrag eines „Johnny Cash Medleys“ sprang beim Landrat der Funke so richtig über. „Dieses soziale, harmonische Miteinander um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, die Freude am persönlichen Zusammensein – das ist mir das Wichtigste in der heutigen so rasanten Zeit. Das macht ihr hier in Settel außergewöhnlich gut“. Und mit dem Projektchor sei der Verein sicher auf dem richtigen Weg. Auch die Förderung der Plattdeutschen Sprache durch die Aufführung von inzwischen 52 Theaterstücken der Theatergruppe, die Friedel Snethkamp vorstellte, beeindruckte Dr. Effing. Ein besonderes Lob hatte er für den gelungenen Internet-Auftritt des Vereins parat. „Das ist wirklich vorbildlich“ sparte er nicht mit Lob.  „Ich habe in dieser Stunde total abgeschaltet und war nicht eine Sekunde in Gedanken der Landrat, das hab ich echt genossen“, sagte er beim Abschied und ging nicht ohne das Versprechen, für das 48. Setteler Bierfassrollen im August ein Fass Freibier zu spendieren.

Ehrenvorsitzender Friedel Snethkamp, Vorsitzender Ralf Krumme, Chorleiter Andreas Oeljeklaus begrüßten Landrat Dr. Klaus Effing (vorne von rechts) zur Chorprobe im Kreise aller Setteler Chormitglieder.
In 7,2 Minuten war der neue Kanon gemeinsam einstudiert
Landrat Dr. Klaus Effing fand anerkennende Worte für die „Heimatklang-Aktivitäten“
Sehr interessiert hört der Landrat die MGV-Chronik
Der Kleine Chor präsentiert sein Beatles-Medley
Mit dem Vereins-Cap bedankte sich MGV-Vorsitzender Ralf Krumme für die Bierfass-Spende
Nüßmeyers Faible für die Bühne

Nüßmeyers Faible für die Bühne

Nüßmeyers Faible für die Bühne

Familien-Theater

 

Fest in Familienhand: Hartwig, Meike, Ute und Tobias Nüßmeyer (von links) sind allesamt dabei, wenn für das plattdeutsche Theaterstück „Up denn Dräih kümp dat an“ geprobt wird.
Foto und Text: Detlef Dowidat

Alle zwei Jahre bringt die Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel ein Stück auf die Bühne. In diesem Jahr spielt Familie Nüßmeyer dabei eine ganz zentrale Rolle, sie sind gleich mit vier Personen aktiv.

Ja, ja, den richtigen Dreh finden sie immer wieder sehr schnell. Wenn es bei den Proben mal hakt, gehen die Blicke kurz zur Souffleuse. Nüßmeyer Nummer eins, Mutter Ute, braucht nur ein, zwei Wörter vorzulesen, und schon fluppt es bei den Übungsabenden der plattdeutschen Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel. Auf der Bühne steht mit Nüßmeyer Nummer zwei, Vater Hartwig, Nüßmeyer Nummer drei, Sohn Tobias, und Nüßmeyer Nummer vier, Tochter Meike, gleich ein ganzer Familienclan im Blickpunkt.

„Vier Mitwirkende aus einer Familie, das hat es in der langjährigen Geschichte unserer Theater-Aufführungen meines Wissens noch nicht gegeben“, sagt Ralf Krumme, Vorsitzender des MGV. In dessen Räumen laufen derzeit die Proben auf Hochtouren für das Stück „Up denn Dräih kümp dat an“, das am Samstag, 3. März, in der Gempt-Halle Premiere feiert. Neben den Nüßmeyers spielen Martina Upmann, Marina Biedenkap, Martin Fiegenbaum, Claus Buddenkuhl, Gerd Haumann und Irmhild Feldkamp die tragenden Rollen. Die Proben, derzeit dreimal wöchentlich, laufen vielversprechend. Man merkt den Akteuren die Spielfreude an.

Und gleich drei Nüßmeyers auf der Bühne, geht das gut? „Das ist bei uns gar keine Frage“, versichert Hartwig Nüßmeyer. Er ist fraglos die tragende Säule in der Setteler Theatertruppe. 1983 spielte der 54-Jährige seine erste kleine Rolle im Einakter „Maundagmuorn“. 1986 folgte das erste große Stück „Dat Doktorbook“. „Da war ich noch das Küken, der jüngste Akteur in der Truppe. Heute bin ich der Älteste“, sinniert Hartwig Nüßmeyer, der seither in keiner Aufführung gefehlt hat. Wenn das aktuelle Stück gelaufen ist, hat er 88 Einsätze in der plattdeutschen Theatergruppe hinter sich.

Er ist nicht nur Darsteller, sondern mittlerweile auch Spielleiter. Er sucht die Stücke aus, die alle zwei Jahre gespielt werden. Dabei haben alle Mitglieder der Gruppe Mitspracherecht. „Was mich freut, dass sich immer mehr junge Leute bereitfinden, mitzumachen. Eine tolle Entwicklung“, strahlt der Theater-Macher.

Das Theaterspielen liegt wohl etwas in der Familie bei den Nüßmeyers. Schon Hartwigs Vater Erwin stand auf den Brettern, die in Settel die Welt bedeuten. 1952 spielte er in dem Stück „De Piärdekur“ mit. Weitere Mitwirkende waren unter anderem Franz und Hilda Haumann (Sohn Gert gehört aktuell zum Stammpersonal und hat schon in über 40 Aufführungen mitgewirkt) und Werner Harte. Lange Jahre haben Erwin und seine Frau Annemarie den Kartenverkauf mitorganisiert.

Die plattdeutsche Sprache wird im Haus Nüßmeyer seit jeher gepflegt. „Früher haben wir nur Plattdeutsch gesprochen. Und auch heute rede ich mit meinen Eltern noch platt“, erzählt Hartwig Nüßmeyer. „Das haben wir natürlich immer mitbekommen. Wir sprechen zwar im täglichen Leben kein Platt, aber wir verstehen es sehr gut”, merken Tobias und Meike an. Und natürlich bekamen die beiden auch immer mit, wenn ihr Papa für die plattdeutschen Stücke übte. „Das hat bei uns schon Interesse geweckt“, meint Tobias. Der 26-Jährige spielte seine erste Rolle 2016 in „Quaterigge in Feldkamps Goarden“. Seine 23-jährige Schwester hatte in dem Stück einen Kurzeinsatz.

Nicht nur die Nüßmeyers versprechen allerbeste plattdeutsche Unterhaltung bei den fünf Aufführungen von „Up denn Dräih kümp dat an“ in der Gempt-Halle. Die letzte Vorstellung am Sonntag, 11. März, ist bereits ausverkauft. Für die Premiere am 3. März sowie am Sonntag, 4. März, und am Freitag und Samstag,9. und 10. März, gibt es noch ausreichend Tickets.